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Design Education Research

lupe

Thema

 

minimalist

 

Entwurfsprojekt / Komplexes Gestalten
Studiengang BA Industriedesign und MA Industrial Design

 

minimalismus als lebensform

minimalismus und design? das klingt zuerst nach ästhetischer konzeption. doch minimalismus kann mehr sein: organisationsform, weltanschauung, lebensprinzip …

untersuchen Sie minimalismus als lebensform. entwickeln Sie szenarien eines radikal minimalistischen lebensstils. überlegen Sie, mit welcher methode Sie dies am besten untersuchen und explorativ erforschen und probieren wollen/können.

 

1. selbstbeobachtung

machen Sie inventur Ihres besitzes und entwickeln Sie eine skala der bewertung, eine katalogisierung. was bleibt übrig, was sind für Sie die unverzichtbaren materiellen essentials?

Siehe auch unter Literatur Hab, aber Gut? von Henrike Gänß

 

2. stellen Sie fragen und spekulieren Sie

heisst nutzen immer auch besitzen? wie erleben wir besitz (und nutzung) unter einem privaten und wie unter einem öffentlichen fokus? wie können handlungen, die bislang – warum auch immer? – privat erfolgen und mit persönlichem besitz verbunden sind, stattdessen kollaborativ erfolgen oder durch dienstleistungen erfüllt werden? welche handlungen und welche bedürfnisse könnten das sein? wie könnte/sollte eine passende community aussehen/sich organisieren/funktionieren?

heisst reduktion auf das notwendige im privaten besitz zwangsläufig auch verzicht und einschränkung?
was nutzen wir heute in digitaler form, was vor 10, 15 Jahren noch ausschliesslich analog nutzbar war?
und wie kann diese entwicklung sich fortsetzen?

überlegen, beobachten Sie und stellen Sie viele weitere fragen …

 

3. methodik

entwickeln Sie Ihr entwurfskonzept aus einem methodischen vorgehen und einem starken anlass,

beispielsweise …

– 1. im selbstversuch …

– 2. mit hilfe eines probanden

– 3. für eine erfundene person

– 4. oder einem weiteren anlass, der gute operationalität verspricht

 

4. versuchsaufbau und optimierung

werden Sie schnell konkret und handlungsfähig durch versuchsaufbauten, die im verlauf des projektes sukzessive verfeinert, detailliert, optimiert werden. führen Sie den designprozess vom versuchsaufbau bis zum funktionierenden prototypen.

ziel ist ein dinghaftes „etwas”, das alle gegenstände (um)fasst/ordnet/bewahrt … und alle handlungen/prozesse organisiert, die in Ihrem szenario für das „private habitat” einer minimalistischen lebensform nötig sind (nicht berücksichtigt werden kochen und werkzeug-intensives arbeiten).

dieses ding soll „indoor” verwendet werden, ist aber komplett raumunabhängig, es ist transportabel, flexibel und variabel. Ihre „minimal living unit” ist raffiniert zu verdichten und benötigt im transport-modus maximal 0,7 qbm; sie ist im living-modus clever auszubreiten und erfüllt alle wohn- und aufbewahrungsfunktionen einer auf essentials konzentrierten lebensweise.

Siehe auch unter Literatur Taku von Sebastian Müllauer/Diplomarbeit

 

5. arbeitsweise

vorrangig als einzelarbeiten – angesichts der angestrebten komplexität ist es denkbar, das projekt auch in zweier-teams zu bearbeiten, hier sollen dann jedoch ZWEI gestalterisch/formal und konstruktiv/systemisch/strukturell verwandte units entstehen (gemeinsames Designkonzept), die sich allerdings in der nutzung/funktionalität unterscheiden: eine für das „private living” sowie eine für das „personal working”. weiteres müsste dann besprochen werden …

 

6. dokumentation

alle im zusammenhang mit dem projekt erfolgenden untersuchungen/gedanken/methoden/erkenntnisse/spekulationen/utopien etc. … werden in einem persönlichen kompendium dokumentiert und in auszügen für den überbau/hintergrund zu den prototypen in einer gemeinsamen ausstellung (als plakate? / filme? / oder andere geeignete medien) aufbereitet.

 

Studierende:
Benny Adler, Maximilian Bastian, Maria Bauhofer, Maika Butter, Laura Christopheri, Florian Cortes König, Charlotte Ehrt, Wei Hsu, Hur Ji Hyun, Annabelle Klute, Leon Kucharski, Yujung Lee, Florian Lohse, Andreas Patsiaouras, Franziska Porsch, Senhui Qiu, Florian Schregelmann, Julia Senft, Fei Shan, Marlene Swiecznik

Workshops und Vorträge:
Henrike Gänss, Moritz Grund

Moderation:
Prof. Guido Englich, David Oelschlägel

 

Studiengang BA Industriedesign und MA Industrial Design
Wintersemester 2012/13

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle