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Film Literatur



film verstehen 2009


Film verstehen: Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Neuen Medien
James Monaco

 

Filme zu sehen ist leicht. Da sie Wirklichkeit nachahmen, findet jeder Zugang zu ihrer Oberfläche. Filme zu verstehen ist oft schwierig. Denn sie erzählen in ihrer eigenen Sprache, die zu entschlüsseln ein geschultes Auge verlangt. Je mehr jemand über Filme weiß, desto mehr teilen sie ihm mit. Deshalb dieses Buch. Film verstehen ist international und in Deutschland längst ein Klassiker. Anschaulichkeit der Vermittlung, Sorgfalt der Bebilderung und Klarheit der Argumentation machen auch komplexe Sachverhalte ohne Vorkenntnisse zugänglich. 

 







bazin


Was ist Film?
André Bazin

 

„Der Titel dieser Artikelreihe Was ist Kino? ist nicht so sehr das Versprechen einer Antwort als vielmehr eine Frage, die der Autor auf all diesen Seiten sich selber stellt. Diese Zeilen erheben also durchaus nicht den Anspruch, eine erschöpfende Geologie oder Geographie des Kinos vorzulegen, sondern lediglich, den Leser anläßlich der Filme, die sich dem Kritiker tagtäglich zur Reflexion anboten, auf eine Reihe von Expeditionen, Sondierungen, Überflüge mitzunehmen.” André Bazin

Erstmalig liegt auf deutsch die vollständige und neu übersetzte Fassung des französischen Klassikers vor – der französischen édition definitive, die die vierbändige Ausgabe mit Schriften aus den Jahren 1958 bis 1962 ersetzte. Die Auswahl für diesen Band stammt von Bazins Witwe und François Truffaut, das Vorwort von André Bazin selbst.

André Bazin, hochgeschätzt von Bresson, Buñuel, Carné, Cocteau, Fellini, Langlois, Visconti und Renoir, entwickelte ein neues Filmbewußtsein und wirkte mit seinen Reflexionen auf die Filmgeschichte ein. Ihm ging es um das, was Film aus eigener Kraft und eigenen Mitteln zu leisten imstande ist.

„Das Bild (…) verfügt, gestützt auf einen größeren Realismus, über (enorme) Möglichkeiten der Beeinflussung und Verwandlung der Realität in ihrem Kern.”

André Bazin (1918 bis 1958), bedeutendster französischer Filmkritiker nach dem II. Weltkrieg und geistiger Vater der „Nouvelle Vague”, etablierte mit seinen Texten die Filmkritik in Frankreich als intellektuell hochstehendes Metier. Mit dem Anspruch, eine Filmkritik zu erfinden, die in die Tiefe geht und nicht nur die Handlung bewertet, beginnt er 1943 zu schreiben – und geht mit seinen kritischen Analysen weit über das reine „Sehenswert” bzw. „Nicht sehenswert” hinaus. Truffaut sagte über ihn: „Bazin war in seiner Arbeit als Filmkritiker wie ein Fisch im Wasser“, und seine oft langen Artikel kommentierte Bazin lächelnd mit dem Satz, er hätte keine Zeit gehabt, weniger zu schreiben.

1951 gehörte er zu den Gründern der Zeitschrift Cahiers du Cinéma (die in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiert), in der u. a. Truffaut, Godard, Rivette, Moullet, Rohmer und Chabrol veröffentlichten. Sie alle hatten ein herzliches Verhältnis zu Bazin, den sie als einen der Ihren betrachteten und dessen Rolle, sie als Regisseure zu stimulieren, sie schätzten. Bei ihm verbanden sich Güte, Intelligenz und Humor in einer Weise, die Truffaut so beschreibt: „Wer mit Bazin zu tun hatte, wurde ein besserer Mensch.” Er glaubte an eine soziale Ästhetik des Kinos – vielleicht wird man in seinem Werk auch deshalb vergeblich nach einem unbarmherzigen Artikel suchen.

Vorwort von Tom Tykwer:
Bazin und die Liebe zum Kino

 








Bild-Sprache: Die audio-visuelle Rhetorik des Films
Gesche Joost

 

Rhetorik, Design und Film werden in diesem Buch zusammengeführt, so dass eine Landkarte der visuellen Topik, der rhetorischen Stilmittel und der Affekterregung im Film entsteht. Mit dieser Kartographie der audio-visuellen Rhetorik erschließt das Buch Neuland für die interdisziplinäre Medientheorie und gibt Orientierung für Theoretiker ebenso wie Filmschaffende. Erstmals wird eine designspezifische Filmanalyse vorgestellt: ein visuelles Notationsverfahren, das rhetorische Strukturen des Films darstellbar macht – synchron zum laufenden Film. Diese transdisziplinäre Theorie eröffnet so neue Perspektiven auf das Medium Film.

Einführung:
Die audio-visuelle Rhetorik des Films.pdf

 








Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos
Jean-Luc Godard

 

„Eine wahre Geschichte des Kinos kann man nicht schreiben”, meint Godard, der produktivste und originellste Regisseur des modernen französischen Films. Kino besteht aus bewegten Bildern und Tönen, warum also nicht seine eigene Geschichte mit seinen ureigensten Mitteln erzählen? Der Band ist eine Art Drehbuch für einen solchen Film, der in die »wahre Geschichte des Kinos« einführt.

Maria Ratschewa schreibt in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« zu diesem Buch: „Godard hat seine Memoiren geschrieben: durchaus selbstkritisch. Er läßt seine Gedanken fließen und seine Ironie blühen. Er teilt auch seine Zweifel mit – und dort, wo er ganz unsicher ist, drückt er sich auf die schönste und effektvollste Weise aus.”

Film als Theorie – Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard:
Harun Farocki und Jean-Luc Godard

 







theoriedesfilms


Theorie des Films: Die Errettung der äußeren Wirklichkeit
Siegfried Kracauer

 

Kracauers zuerst 1960 in Amerika erschienene Theorie des Films ist eine materiale Ästhetik, die sich mit Inhalten beschäftigt. Sie beruht auf der Annahme, daß der Film im wesentlichen eine Erweiterung der Fotografie ist und daher eine ausgesprochene Affinität zur sichtbaren Welt hat. Das bedeutet eine Absage an alle Filme mit theatralischer Story, mit künstlerischen oder ideologischen Ambitionen. Filme, die ihrem Medium gerecht werden, registrieren jedoch nicht nur, sondern enthüllen, erretten die äußere Wirklichkeit: sie öffnen unseren Blick für das Kleine, Zufällige, Unbeabsichtigte und Unbestimmte. 

 







Das Bewegungs-Bild- Kino 1


Das Bewegungs-Bild: Kino 1
Gilles Deleuze

 

Diese Abhandlung ist keine Geschichte des Films, sie ist eine Taxonomie, ein Klassifizierungsversuch der Bilder und Zeichen, die für den Film von Bedeutung sind. Im vorliegenden Band geht es um die Bestimmung der Elemente einer solchen Klassifizierung. Deleuze bezieht sich dabei einerseits auf Charles S. Peirce, der die vollständigste und vielgestaltigste Klassifikation der Bilder und Zeichen erstellt hat. Der andere theoretische Bezugspunkt ist die Philosophie Henri Bergsons, ihre Reflexion über das Verhältnis von Zeit und Bewegung. Das Kino ist eine neue Praxis der Bilder und Zeichen, und es ist Sache der Philosophie, zu dieser Praxis die Theorie zu liefern.

 







Das Zeit-Bild


Das Zeit-Bild: Kino 2
Gilles Deleuze

 

Im ersten Band seiner Untersuchung hatte Deleuze das Bewegungs-Bild betrachtet, das nur ein indirektes Bild der Zeit gibt: die Zeit entsteht durch Sukzession, durch das Vorher und Nachher der Bewegungen, zusammengehalten durch ein sensomotorisches Band, ablesbar an der Technik der Montage. Das Zeit-Bild hebt das Bewegungs-Bild nicht auf, es befreit nur die Zeit aus ihrer Abhängigkeit von der Bewegung. Die Zeit ist nicht mehr das bloße Derivat der Bewegung, sie wird vielmehr unmittelbar dargestellt. Die Akteure agieren nicht mehr, die Handlung bleibt in der Schwebe, und in das Intervall bricht die Zeit ein; die Personen bewegen sich scheinbar ziellos durch rätselhafte Räume, sehen und hören, erinnern sich oder unterliegen Erinnerungstäuschungen.

 







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Archäologie des Kinos, Gedächtnis des Jahrhunderts
Jean-Luc Godard, Youssef Ishaghpour

 

Jean-Luc Godard, einer der einflußreichsten Filmemacher in der Geschichte des Kinos, blickt im Gespräch mit dem bekannten Cineasten und Filmwissenschaftler Youssef Ishaghpour auf ein Jahrhundert Filmgeschichte und auf sein eigenes Werk zurück: ein eindringliches Zeugnis seiner eigenen lebenslangen Leidenschaft für das Kino und zugleich Dokumentation der Obsession des Kinos für die Geschichte. Ausgehend von Godards monumentalem Spätwerk »Histoire(s) du cinéma« geht der Dialog den realen historischen wie auch ökonomischen Bedingungen des Filmschaffens und seinen ästhetischen und philosophischen Konsequenzen nach.

Das Kino hat gemeinsam mit dem 20. Jahrhundert das Licht der Welt erblickt und ist zur prägenden Kunstform des Jahrhunderts avanciert. Das Kino ist im Jahrhundert verwurzelt, das Jahrhundert im Kino. Nach einem Jahrhundert von Charlie Chaplin und Pol Pot, Marilyn Monroe und Hitler, Stalin und Mae West, Mao und den Marx Brothers sieht Godard Kino und Geschichte untrennbar miteinander verbunden. Zum zentralen Anliegen wird die Frage: Wie kann das Kino historische Vergangenheit, aber auch seine eigene Vergangenheit wiederauferstehen lassen? Wie kann das Kino eine selbstreflexive Kunstform sein? Welche Rolle spielt der »Rhythmus« des Films, mit welchen filmtechnischen Mitteln wird er generiert? Abgerundet wird der Band durch einen Essay Ishaghpours über die Verbindung von Poetischem und Geschichtlichem bei Godard.

 







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Film-Konzepte 20: Jean-Luc Godard
Hrsg. Thomas Koebner, Fabienne Liptay

 

Jean-Luc Godard, der im Dezember 2010 80 Jahre alt wurde, ist seit einem halben Jahrhundert einer der produktivsten und innovativsten Filmemacher. Als einer der Begründer der Nouvelle Vague, die das Kino mit nachhaltiger Wirkung revolutionierte, sucht Godard seit „À bout de souffle” (Außer Atem) nach immer neuen Formen, um der Gegenwart ästhetische Gestalt zu geben, stets in Auseinandersetzung mit der Filmgeschichte, der Literatur, der Malerei, der Musik und immer wieder mit der Politik. Seine Filme sind offen für das Reale und das Imaginäre, das Alltägliche und die Poesie.

Was der junge Kritiker Godard schon 1957 vom Film forderte: „Kunst und gleichzeitig Theorie der Kunst. Die Schönheit und gleichzeitig das Geheimnis der Schönheit. Das Kino und gleichzeitig die Erklärung des Kinos” – diese Formel bestimmt sein Werk bis heute. In seinem Opus magnum „Histoire(s) du cinéma” (Geschichte[n] des Kinos) montiert und collagiert Godard das Kino mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts und entwirft eine Form der Conditio humana der Moderne: „eine Form, die denkt” (Godard).

Das Heft enthält neben einem einführenden Porträt Beiträge zu Godards Arbeit mit den Filmgenres, seinen Bildern der Liebe und des Krieges, seinem Verhältnis zur Avantgarde, dem Konzept der Autoreflexion, der Intermedialität und dem des Kinos als einem Museum der Bilder und Töne der Moderne.

 







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Augenblick 10: Versuche über den Essayfilm, 1991

 

Inhalt:

Hanno Möbius: Das Abenteuer „Essayfilm“

Birgit Thiemann: Die Relativität der Dinge und ihrer Begriffe. Chris Markers Sans Soleil

Orkun Ertener: Filmen, als ob sich filmen ließe. Über das Bildersammeln und Filmemachen in Chris Markers Sans soleil

Guntram Vogt: Der filmisch-essayistische Ausdruck der Zivilisations-Katastrophe. Derek Jarmans The Last of England

Stephanie Ruhfaß: Verknüpfungen und Beziehungen in Hartmut Bitomskys Das Kino und der Tod

Dagmar Arnold: Offensichtlichkeit und „Art des Sehens“. Harun Farockis Film Wie man sieht

Guntram Vogt: Zum Zusammenhang von Ästhetik und Ethik im Essayismus Alexander Kluges

Hanno Möbius: „Das Geheimnis des Atmens liegt im Rhythmus des Herbstwindes“. Zur essayistischen Dramaturgie von Joris Ivens‘ letztem Film Une histoire de vent

Peter Braun, Thomas Tode: Die Erneuerung des Sehens. Zu Johan van der Keuken und seinem Film Het witte Casteel

 

Textauszüge:
Hanno Möbius: Das Abenteuer Essayfilm.pdf

Marburger Hefte zur Medienwissenschaft

 







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Augenblick 24: Experimente und Visionen. Studien zum neuen britischen Kino, 1996

 

Inhalt:

Christina Scherer, Guntram Vogt: Derek Jarman

Gerd Hallenberger: Welcome to the Pleasure Dome, Musikvideo und neuer britischer Film

Biblio- und Filmographie Derek Jarman

 

Marburger Hefte zur Medienwissenschaft

 







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Augenblick 31: Filmische Selbst-Reflexionen, 2000

 

Inhalt:

Wolfgang Kabatek: Phänomene des Medienreflexiven im Weimarer Kino

Christina Scherer: Zwischen Filmtheorie und Filmpraxis: Selbstreflexivität und Selbstreferentialität im Experimentalfilm

Matthias Kraus: American Ways of Life: Reflexiver Pragmatismus bei John Cassavetes

Christof Decker: Hollywoods Spiel mit den Zuschauern

Burkhard Röwekamp: Das Neo des Noir – Filmische Rekursionen in Remake, Zitat und Retro-Film
Marburger Hefte zur Medienwissenschaft







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Augenblick 34: Godard und die Folgen, 2003

 

Inhalt:

Hanno Möbius: Godards Nouvelle vague in der Kulturgeschichte des Fragments

Thomas Koebner: Ein Mann und eine Frau. Anmerkungen zu Jean-Luc Godards Film Nouvelle vague (1990)

Karl Prümm: Godard contra Truffaut. Selbstkonstruktion und Programmentwurf in der Filmkritik der beiden Antipoden

Heinz-B. Heller: Godard vu par Deleuze. 5 Lektürenotizen und Beobachtungen

Stefan Reinecke: Godard und Vietnam

Günter Giesenfeld: Godard und der Mai 68

Christina Scherer: Bilder kommentieren Bilder: Die Analyse von Film im Film. Schnittstellen zwischen Harun Farocki und Jean-Luc Godard

 

Marburger Hefte zur Medienwissenschaft

 







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Augenblick 35: Film und Musik, 2004

 

Inhalt:

Andreas Solbach – Film und Musik: Ein klassifikatorischer Versuch in narratologischer Absicht 

Anno Mungen – Die Stimmen der Stadt. Zur musikalischen Dramaturgie des Geräuschs am Beispiel von Fritz Langs M

Thomas Koebner – Musik zum Abschied. Zur Komposition von Melodramen

Anno Mungen – Filme für Musik. Edgard Varèse und Bill Viola

Daniela Philippi – Zwischen Gebrauchsmusik und Autonomie. Struktur und Zeitgestaltung der Minimal Music im Film

Britta Heiligenthal – Zeichentrickmusik

Marcus Stiglegger – Rock’n’Roll Cinema. Hermetische Welten

 

Marburger Hefte zur Medienwissenschaft