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Burg-Designshop
Vor 10 Jahren ging’s los …

 

 

burg-designshop 2005 – making of burg-designshop (2015)

 

burg-designshop
Vom Simulationsmodus zum Feldversuch

Projekt in den Studiengängen Innenarchitektur und Industriedesign / Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle / Sommersemester 2005

 

Ein Forum für Design-Transfer aus der Hochschule in die Wirklichkeit

Im Sommersemester 2005 entstand an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle, ein außergewöhnliches Projekt: 17 Studenten, zwei Professoren und drei Assistenten aus den Studiengängen Industriedesign und Innenarchitektur realisierten in einem interdisziplinären Entwurfsprojekt den „burg-designshop“. Der Shop soll als Außenschaufenster der Hochschule wirken, den Design-Standort Halle fördern, die Entwicklung eines regionalen Netzwerkes aus Gestaltern und Herstellern, aus Entwerfern und Produzenten unterstützen und sich über die Region hinaus, in Form von Ausstellungen, Events und PR in Szene setzen. Die Ladenarchitektur entwickelte sich aus einem Vorkonzept der Innenarchitektur-Studentin Corina Forthuber, das durch Abstimmung im Team ausgewählt wurde: Zwei weiße, schräg gestellte Wände präsentieren in einem regelmäßig strukturierten Muster eingelassene weiße Eimer. Von hinten beleuchtet, ziehen sie den Blick des Shopbesuchers auf ihren Inhalt: die Produkte der Kollektion „10 Liter Design“.

 

Experiment und Lehre

Die Eröffnungskollektion wurde innerhalb eines Semesters vom Konzept bis zur endgültigen Reife entwickelt. Materialalternativen, Bearbeitungsaufwand, Konstruktion, Kalkulation, Logistik, Verpackung etc. – also alle im Produktentwicklungsprozess notwendigen Schritte wurden durchlaufen und verbanden das Experiment mit professioneller Umsetzung. Die erfolgreiche Vernetzung von Idee, Konzept, Strategie und Markt zeigte sich spätestens mit der Eröffnung des Shops, wo sich freche, raffinierte, unkonventionelle Produkte in charmanter Eimerkulisse präsentieren.

In der Folge beteiligten sich Studenten aller Studiengänge der Burg Giebichenstein und verkauften ihre Produkte erfolgreich im Shop. Workshops, jeweils zu Beginn des Semesters, sichern die Nach- und Neuentwicklung von Produkten und Objekten für die Kollektionen des burg-designshops. Dafür suchen die Studenten nach spannenden Materialen (z.B. Beton, Filz, Bark Cloth …) und laden kooperierende Firmen und Produzenten zur Zusammenarbeit ein. Die Betreuung dieser Workshops findet durch Professoren der Hochschule oder durch auswärtige Designer statt.

 

Design im Eimer

Produkte für den burg-designshop müssen sich natürlich ökonomischen Bedingungen stellen. Sie sollen in Kleinserie herstellbar sein – entweder von den Studenten in Eigenarbeit oder in Zusammenarbeit mit kooperierenden Betrieben aus der Umgebung – und zu vertretbaren Preisen im Shop vermarktet werden. Deswegen sind sie in ihrer Konstruktion einfach gehalten und sparsam im Materialaufwand, verschwenderisch dagegen im Einsatz von Gestaltungsideen.

 

Moderation:
Prof. Guido Englich, Prof. Klaus Michel

Mitarbeit:
Wolfgang Kreser, Janosch Muschik, Silke Pentrop

Teilnehmer_innen:
Sandra Anspach, Daixi Dang, Carolin Feneis, Corina Forthuber, Robert Haslbeck, Matthias Hiller, Marion Höchtl, Torsten Klocke, Isabell Knuth, Martin Loistl, David Oelschlägel, Ilja Oelschlägel, Johanna Richter, Karola Richter, Henrieke Ringeis, Marie Vaubel, Carolin Weisser

 

made in burg – hier geht’s zum neuen burgshop …