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Culinary Hacking
Masterthesis von Carolin Schulze

 

Culinary Hacking
Was is(s)t Kultur?

Masterthesis von Carolin Schulze (2016)

Unser Essen ist ein Spiegel der Gesellschaft. Und eine Gesellschaft kann nur bestehen und sich stabilisieren, wenn sie Vielschichtigkeit und kulturelle Diversität aufweist. Können wir Essen als kulturelles Totalphänomen hacken? Können wir Grenzen überwinden? Können wir Monotonie hacken? Essen hat immer auch mit Zeit und Arbeit zu tun und passt sich einem bestimmten Lebensstil an. Esskultur ist weder zeitlich noch räumlich beständig. Eine Kultur wählt aus und selektiert. Auswahl und Selektion sind der Ausdruck von Normen und Werten einer Kultur. Beim Essen steht der handelnde Mensch im Mittelpunkt. Menschen sind Omnivoren und haben gelernt, Rohstoffe für sich genießbar zu machen. Das Zubereiten von Speisen wurde zu einer Kulturtechnik zwischen den beiden Zuständen „roh“ und „verdorben“ entwickelt. Von Kultur spricht man sowohl bei menschlichen Gesellschaften als auch bei Gruppen von Mikroorganismen. (…)

Die Mensch-Mikroorganismen-Beziehung wuchs über Jahrtausende zu einer symbiotischen Gemeinschaft heran und droht nun durch industriellen Fortschritt und kulinarisches Vergessen verloren zu gehen. Wie wird unser Bier und unser Essen in 40, 100 oder 200 Jahren schmecken, wenn die meisten Menschen auf eintöniges steriles Essen aus industrieller Großproduktion zurückgreifen? Welchen Charakter nimmt dann unser Essen an? Und wer beherrscht noch traditionelle Techniken zur Herstellung und Fermentation von Lebensmitteln? Culinary Hacking beschäftigt sich genau mit diesen Fragen und stellt einen Gegenentwurf zur kulinarischen Demenz dar.

Carolin Schulze

 

Culinary Hacking
Masterthesis

 

Culinary Hacking
Dokumentation Entwurf

 

Culinary Hacking
Dokumentation Präsentation