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Die im Design ignorierten Dinge
Masterthesis von Malte Westphalen
erhält Giebichenstein Designpreis

 

 

Kaum Design und einige Überlegungen dazu
Die im Design ignorierten Dinge

Masterthesis von Malte Westphalen, 2014

 

Vergessen, ignoriert oder nicht berücksichtigt. Die Handlungen des Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass nicht alles bedacht werden kann. Und ist nicht daher einer der größten Denkfehler die Auffassung, alles erdenken und planen zu können? Da Umstände und Dinge weggelassen werden müssen, um in einem Entscheidungs- oder Urteilsprozess zu einem Ende zu kommen – um fertig zu werden. Das Spontanurteil – die unbegründbare Entscheidung – bezeichnet immer das Ende eines Prozesses und steht dem deliberierten Urteil – der begründeten Entscheidung – entgegen. Nicht anders geht es dem Design.

Der Titel Die im Design ignorierten Dinge impliziert natürlich erst einmal die über die Jahre vergessenen Dinge, welche im Laufe der Zeit ignoriert wurden. Dinge, die einem Redesign unterzogen werden könnten; Dinge, die eine Fundgrube für Neues sein können. Aber genauso immanent sind eben auch die Sachverhalte, die im Designprozess – im Entwurfsprozess – ignoriert und vergessen werden müssen, um zu einem Ende zu kommen, welches das Design-Objekt per se bezeichnet. Das heißt: Das Ignorieren, das Weglassen und das Vergessen von Dingen, von Sachverhalten, ist fester Bestandteil im Design. …

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, dem Ursprung der uns umgebenden Gegenstände auf den Grund zu gehen und untersucht die These, dass die Zeit die Objekte formt sowie die Objekte die Zeit formen und dass dieser Prozess als evolutionärer Prozess beschrieben werden kann.