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Workshop


Bootsbau-Workshop 3 Boote in 3 Tagen

Dokumentation des Workshops von Karin Wendt 

 

Bootsbau-Workshop 

Zeitraum: 10.4.–18.4.2011

Sonntag, 10.4.2011
18.00 Uhr Treffpunkt Campus Werkstatt

Ausladen des Materials / Vorbereitungen

Montag, 11.4.2011 bis Mittwoch, 13.4.2011
Jeweils 8.00 Uhr Beginn bis open end

Im Bootsbauworkshop mit Thomas Grögler werden in traditioneller Bauweise drei in den Bauprinzipien stark unterschiedliche Boote realisiert:

Grönlandkajak
Kanadier
Lake Caddo Bateau 

Dabei werden folgende Themen bearbeitet:

Grundlagen der Bootsformen: welche Rumpfform für welchen Zweck.
Woran erkennt man das Anwendungsgebiet.
Einführung in den Bootsbau anhand der unterschiedlichen Bootstypen.
Ermittlung der Konstruktionsmaße für das Grönlandkajak.

Baubeginn der Boote: In dieser Phase ist gut abgestimmte Zusammenarbeit nötig, da wir nahezu gleichzeitig die unterschiedlichsten Arbeiten ausführen: Holz spalten, Zapfenlöcher fräsen, frisches und trockenes Holz im Dampf biegen, Anwenden verschiedener Bindetechniken, Schäften mehrfach gewinkelter Bauteile, etc.

Für den Bootsbau-Workshop ist eine Vielzahl der unterschiedlichsten Werkzeuge und Vorrichtungen nötig: diverse Biegevorrichtungen, Kiste zum Dämpfen des Holzes, Innenform für den Kanadier u.s.w.

 

Donnerstag, 14.4.2011
8.00 Uhr letzte Instruktionen durch Thomas Grögler für die Fertigstellung der Boote

Donnerstag, 14.4.2011 bis Samstag 16.4.2011
Fertigstellen der Boote in Eigenregie, d.h. die Bespannung für das Grönlandkajak und den Kanadier aufbringen

Montag, 18.4.2011 
15.00 uhr Präsentation und Probefahrt mit den Booten

 






Präsentation

 

 

Montag, 18.4.2011 
15.00 uhr Präsentation und Probefahrt mit den Booten aus dem Workshop

 






Grönland Kajak

 

 

Das Grönlandkajak

Das Grönlandkajak gilt als das am höchsten entwickelte Boot seiner Klasse: Kein anderes Boot der Inuit wurde so genau auf Körpermaß und für die zukünftigen Anforderung des Benutzers konstruiert. Es musste schnell und auch bei schwieriger See gut kontrollierbar sein. Ein Verlust des Bootes oder ein unfreiwilliger Ausstieg hätte fatale Folgen gehabt.

Als Jagdboot war es Grundlage der Existenzsicherung unter arktischen Bedingungen. Seine Entwicklungsgeschichte reicht weit über 4000 Jahre zurück. In ungewöhnlicher Weise folgt höchster Funktionalität eine äußerst ästhetische Gestalt.

 

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Maßanfertigung nach den Körpermaßen des Fahrers 

 

Beachtet man die evo­lutionä­ren Ent­wick­lungen dieser Bau­weise und kom­biniert sie an einigen Punkten mit modernen Materialien, wie z.b. Stoff statt Haut, ohne jedoch die Konstruktion zu verändern, entsteht ein Boot der Oberklasse. Geringes Volumen für niedrige Windanfälligkeit und geringes Gewicht für Beweglichkeit und Geschwindigkeit resultieren aus dieser Bauweise.

Ein Boot wiegt bei einer Länge von 5,4m zwischen 10 und 13kg – je nach Körpergröße, Gewicht und den gewünschten Eigenschaften des Kajaks. So ist dieses Boot heutigen Seekajaks bezüglich seiner Fahreigenschaften deutlich überlegen.

Quelle: groenlaender.de/boote

www.explosure.de

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Kanadier

 

 

Der Kanadier

Die Entwicklung des Kanus machte einst die Entdeckung und Besiedelung Kanadas erst möglich. Es ist in seiner Konstruktion bestens an die Anforderungen des Reisens auf kanadischen Seen und Flüssen angepasst. Seine einfache und schlüssige Bauart ist auch heute noch Vorbild für Varianten aus Kunststoffen, die andere Schwerpunkte haben wie Pflegeleichtigkeit und serielle Herstellbarkeit.

Die bekannteste Bauweise ist das Birkenrindenkanu. Die Rinde der Papierbirke wird mit Fichtenwurzeln zur Kanuform vernäht. Nachträglich setzt man das Bootsgerippe ein. Auch die Bauweise der Inuitkajaks war bei Kanubauern bekannt: Bau des Gerippes mit darauffolgender Bespannung mit Tierhaut.

Ausgehend von dieser Konstruktion lassen sich gerade heute mit Hilfe von reißfestem Stoff und stabilem, dauerhaftem Bindematerial Boote bauen, die leicht und robust sind. Solche Kanus eignen sich bestens für Fahrten mit und ohne Gepäck auf Flüssen und Seen. Je nach Bauart sind sie für 1 bis 4 Personen geeignet.

Quelle: groenlaender.de/boote

www.explosure.de

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Lake Caddo Bateau

 

 

Das Lake Caddo Bateau

Das von Wyatt Moore für den Lake Caddo/Texas entworfene Boot ist ein schönes Beispiel für Einfachheit im Bootsbau. Lediglich zwei rechteckige Bretter bilden durch Verwindung einen schönen Bootsrumpf. Mit nur wenig Werkzeug lässt sich in etwa fünf Tagen ein solches Boot bauen. Es eignet sich für ruhige Gewässer.

Ähnliche Konstruktionen sind beispielsweise Zillen – Boote für Flussfahrten und Dorys – Ruderboote für die Meeresfischerei.

Quelle: groenlaender.de/boote