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Texte


Ziele Text-Workshop

 

Von: englich
Betreff: ziele text-workshop
Datum: 21. September 2014 09:15
An: Eva Scharrer
Kopie: Malte Westphalen, maike fraas, David Oelschlaegel

 

sehr geehrte eva scharrer,

(und angeschlossen die berater maike, malte und david … mit der ermunterung, falls euch hier ergänzendes oder widersprechendes einfällt, euch einzumischen …)

 

Sie baten mich – sinngemäß – meine wunsch-ziele für einen text-workshop zu beschreiben …  dazu vorweg angemerkt, dass ich selbst noch nie einen textworkshop initiiert, beauftragt oder beobachtet habe …

darum also auch keine referenz und keine vorstellung über methoden und verfahren habe, und darum mich also ganz neugierig allen vorschlägen erstmal öffne, aber – ganz ungeordnet und unsystematisch – mir die folgenden anlässe, ziele, motive des ganzen … wünsche/vorstelle:

 

einschub: kaum eine disziplin kann sich so elegant unter verweis auf laurie andersons
„if you can’t talk about, point on it …” aus der sprach-affäre ziehen wie das design … und dennoch bedeutet natürlich auch für einen designer, der von natur aus eher über andere ausdrucksformen verfügt als das reden und schreiben, sprachlosigkeit oder besser sprach-unbewusstheit natürlich auch eine einengung und begrenzung des denkens.

 

darum wünsche ich mir sozusagen über und vor allem:
sprache und text grundlegend begeifbar zu machen als ein bewegliches medium
– und hier nun frei nach kleist – als ein medium zum gedanken verfertigen,
nicht nur beim drüber reden, sondern auch beim drüber schreiben.

 

weiter wünsche ich mir:
… mut zu machen, sich auf den zustand der welt seinen eigenen und ganz subjektiven sprachlichen reim zu machen …
(und – als bezug zu unserem nächsten projekt – die eigenen unerhörten wünsche an einen ggfs. anderen zustand der welt)

 

… sprache auch als ein suchendes und tastendes medium erfahrbar machen
und akzeptieren, dass sprache und text auch als prozesshaft und nicht als statisch angesehen werden dürfen

 

… und damit eigentlich zum dann wieder disziplinär-vertrauten zugriff zu kommen:
begriffe und sprache, sätze und text ebenso als material für das entwerfen zu begreifen, wie designer dies im bezug auf materialien, konstruktionen, funktionen und gegenständliche formen gewohnt sind (und erstaunlicherweise lassen sich diese vier begriffe auch auf sprache und text übertragen)

 

… also öffnungen und anregungen, beispiele und übungen dafür,
sprache und text als gestaltbar und als gestaltungsmaterial zu verstehen und zu nutzen

 

… insbesondere vor dem hintergrund, dass gestalter im besten falle zukünfte, situationen, szenarien erdenken und antizipieren, die noch nicht sind …
dass vor diesem hintergrund der anschaulichkeit und bildhaftigkeit der sprache, der assoziationskraft der begrifflichen konstruktionen, der gewünschten ebenso wie der möglichen konnotationen … eine besondere rolle zukommt

 

… ein bewusstsein dafür, dass, wo ich neues beschreiben will, ich möglicherweise und wahrscheinlicherweise auch nach neuen begriffen oder verknüpfungen oder umschreibungen suchen muss, um nicht mit den alten begriffen auch nur die alten bilder zu beschwören …

 

… und – zum vorläufigen abschluss – anstelle nach falschen antworten ausschau zu halten,
lieber die richtigen fragen zu stellen?

 

(… als kür vielleicht noch einen ausflug in tonarten und klangfarben von text und sprache …
von polemik bis (vermeintlicher) seriosität, von strenger subjektivität bis toleranter objektivität, von betroffenheits-prosa bis zu heiterer ironie …)

 

zum vorläufigen abschluss hoffe ich, dass Sie sich hierauf einen eigenen reim machen,
machen wollen …

 

und freue mich auf den nächsten schritt und bestenfalls ein weiteres telefonat,
in dem wir konkreter überlegen, wie und in welchem zeitrahmen sich ein solcher workshop
fassen und machen liesse.

 

mit herzlichen grüssen
guido englich

 






Aufgabe Text-Workshop

 

Einen kurzen Text über das gewählte Recherchethema oder den gewählten Interviewpartner schreiben.
Es soll sich bewusst für eine ‚Schreibstil’ entschieden werden.

Beispielsweise: telegrammartig, kurze/lange Sätze, sachlich/verschachtelt, humorvoll/ernst, wissenschaftlich/experimentell etc. …

Die gewählte Form soll kurz begründet werden.
Ziel ist es die Texte am Montag zu besprechen.

Ziel ist es die Texte am Montag zusammen mit Eva Scharrer zu besprechen.

Umfang:
½ A4 Seite, ca. 1450 (ohne Lehrzeichen) 1700 (mit Lehrzeichen)

hier download:
Material-Textworkshop 

 





Text Workshop

 

text-2

 

text-1

 

Text Workshop mit Eva Scharrer

Als Vorarbeit zum Workshop haben wir uns vor Semesterbeginn mit design-theoretischen Texten beschäftigt, die zum Teil in den folgenden Workshop einflossen, teils unerhört blieben …

Inhalt des Textworkshop war es, sich mit einem selbst gewählten Recherchethema oder den Interviewpartnern zum Thema »erfolgreiche Maker, die ihren unerhörten Wünschen nachgehen« auseinander zu setzen und verschiedene Textstile zu erproben. Entstanden sind Texte ganz unterschiedlicher Natur. Je nach Schreibstil sollten sie unterschiedliche Wirkung beim Hörer oder Leser erzielen. Die verfassten Texte wurden in der Gruppe vorgetragen, ausgewertet und weiter entwickelt. Sie trugen dazu bei, die recherchierten Themen und Erkenntnisse »in Worte« zu fassen, um sich selbst als Gestalter_In und anderen Klarheit zu verschaffen.

Text: Karin Weber

 





Rezension
Design Thinking for Social Innovation

Tim Brown, Jocely Wyatt

 

Rezension Lea Sonder

Der Text Design Thinking for Social Innovation (Tim Brown, Jocely Wyatt) befasst sich mit der Methodik des Design Thinking in Bezug auf die Entwicklung von Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme. Hierzu wird die Herangehensweise einem konventionellen Designprozess gegenübergestellt. Während dieser Schrit für Schritt vom Briefing über die Recherche, Ideenfindung und Umsetzung linear verlaufe, lasse das Design Thinking vor allem durch ständige Überprüfung, Revidierung und das parallele Verlaufen der verschiedenen Designphasen (Inspiration, Ideenfindung, Prototyping) tiefere Lösungsansätze zu. Es werden verschiedene sehr interessante Beispiele angeführt. Allerdings wird in Bezug auf die Methodik der Eindruck erweckt, es handele sich um eine einzigartige Vorgehensweise. Möglicherweise ist aber die breitere Öffnung des Designprozesses für die Gestaltung von Prozessen, Erlebnissen und sozialer Innovation tatsächlich ein Schritt, an dem Tim Brown seit 2010 maßgeblich beteiligt war.

 

Hier lesen: Design Thinking for Social Innovation

 





Rezension
practical policy making europe

 

 

practical policy making europe
bas kools (2011)

Rezension und Visualisierung Linn Pulsack

Bas Kools verweist hier auf den sich wandelnden Begriff des Gestalters. Er hat erkannt, dass es Aufgabe der Gestalter ist, die ungehemmte Maschinerie des Konsums zurückzuschrauben, statt weiter anzukurbeln und statt neuer Produkte neue Ideen und Ideale zu generieren, an dem Ort wo Bedürfnisse entstehen. Neu-denken, kommunizieren, adaptieren. Als „makers“ die Aufgabe und Möglichkeit anzunehmen etwas zu verändern und Anwohner in diesen Prozess mit einzubeziehen.

Er kritisiert den momentanen Zustand Europas, in dem eine kleine Gruppe Menschen von oben herab Beschlüsse verabschieden, die sich über Regional- und Lokalpolitik legen und damit rationalisieren und anpassen, was eigentlich bunt und vielfältig ist. Was Kools fordert, ist eine soziale Innovation. Lokale Intelligenz als Ressource, die in Form von Zusammenarbeit von Anwohnern und Experten zu einer grundlegenden Veränderung der lokalen, regionalen und nicht zuletzt globalen Entwicklung der Wirtschaft beisteuern. Als Produktdesigner schreibt er dies das als Aufruf sich an der „laboratory for stratedic innovation“ zu beteiligen und Neues auszuprobieren.

 

Hier Text lesen: Practical-Policy-Making

 





Don’t Trust Talk of Trust

 

 

Don’t Trust Talk of Trust
Design for the Practice of Living with Multiple Interests
Cameron Tonkinwise

Visualisierung Larissa Meyer

You all know this. The moment someone says, ‘Trust me,’ whether it’s your lover or the President, but especially if it’s a corporation, your BS-detectors engage. We intuit that values are things you enact, not things you should need to declare.

But there are lots of declarations about trust these days. And increasingly designers are joining this talk, partly as they make contributions to the project of social innovation, both on the intractable societal problem side and the ‘collaborative consumption’ platform opportunity side. This should make you really suspicious though. Can you design trust? Can you even design for trust?

Hier Text lesen: camerontw/dont-trust-talk-of-trust

 





Rezension
Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde

 

 

Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde
Richard Buckminster Fuller

Rezension und Visualisierung Sascha Henken

Fast fünfzig Jahre nach der Erstveröffentlichung ist der Schlusssatz Buckminster Fullers Buches immer noch aktuell. Es ist ein Aufruf, Initiative zu ergreifen, zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen statt zu versuchen auf Kosten der Anderen zu gewinnen. Schon in den Sechzigern erkennt er, das die Ressourcen endlich sind und die Welt synergetisch funktioniert und als ein großes System betrachtet werden muss. Er vergleicht den Stand der Menschheit mit dem eines Kükens, das kurz vor dem Schlüpfen ist. Es wurde genährt mit begrenzten Rohstoffen innerhalb seiner Schale und als sich die Rohstoffe dem Ende zuneigen, sprengt es die Schale und muss sich in einer neuen Realität zurechtfinden. An diesem Punkt, wo die Rohstoffe, unsere „Starterbatterie” zu Neige geht, müsse sich die Menschheit vorrauschauend nach Alternativen umschauen, statt immer weiter die über Jahrmillionen erzeugten Rohstoffe zu verbrennen. Nach Fuller müssen wir anfangen, die uns gegebenen Mittel dazu zu verwenden, Lösungen dafür zu finden, wie wir die Energie die uns umgibt, vorallem die der Sonne, nutzen können. Vorallem aber müssen wir daran als Weltgemeinschaft kooperativ zusammen arbeiten, statt gegeneinander anzutreten, müssen uns als ein Volk auf dieser Erde begreifen, die ohne den Anderen nicht Leben könnte.

 

 

Textauszug lesen: Fuller – Raumschiff Erde

 

 





Rezension
WabiSabi

 

 

WabiSabi
Leonard Koren

Rezension und Visualisierung Martin Schapp

Leonard Koren der Autor des Buches beschreibt Wabisabi als ein umfassendes ästhetisches System. Ein System der Bescheidenheit und Wachsamkeit ein System, das dem Leser nahelegt den ästhetischen Wert „gereifter” Objekte zu entdecken und auch zu schätzen die Patina eines Mauerwerks, ein abgeschliffener Türrahmen. Das Buch stellt ebenfalls eine Annährung an Buddhistische Moral und Geisteshaltung dar, bietet jedoch keinen tieferen Einblick in diese Dinge, da Koren hierzu die nötige Substanz fehlt. Dennoch kann man dieses Buch über die ästhetischen Ansätze hinaus auch als Leitfaden für das Wohlbefinden verstehen.

Wabisabi ist die Kunst Vergängliches zu schätzen, nicht zu betrauern in Würde gealtertes zu reflektieren ohne es zu zerreden. In einer digitalisierten Welt, voller vermeintlicher Helden, die die Welt retten wollen beschreibt Leonard Koren hier eine bescheidenere, rückführende Sicht auf unsere Umwelt und stellt für mich einen weiteren Fußabdruck auf dem Weg entgegen gestalterisch egozentrischer Geisteshaltungen dar. Koren führt uns in seinem Buch zurück zum Menschlichen, weg vom Individualismus. Er beschreibt die Gestaltung in Abhängigkeit, nicht alleinstehend. Nebst der ästhetischen Beschreibung Wabisabis stellt dies für mich den größten Mehrwert dieses Buches dar aufzuzeigen, dass wir keine übermächtigen Einzelkämpfer und Weltenretter sind, sondern uns stets im universellen Kontext betrachten sollten. Um den Bezug zum Okzident herzustellen vergleicht er die klassische Moderne mit der klassischen Ästhetik Japans und zeigt philosophische und soziologische Unterschiede auf und bietet so die Möglichkeit, die klassische Moderne unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Leonard Koren: „Wabisabi nimmt etwa die gleiche Position im Pantheon der japanischen ästhetischen Werte ein, wie die Ideale des antiken Griechenlands von Schönheit und Perfektion dies im Westen tun. Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt.”

 

Wabi-Sabi-Cover

 





HAPTIC – Awakening the Senses

Texte von Haiwei Ye

 

wissenschaftlich

Es gibt ein Begriff von einen Japanische Grafik Desiner Kenia Hara, sogenannt HAPTIC. Der Designer behauptet, dass er ab Gefühlssinn versuchet, um verschiedene Medien, die mit Wahrnehmung verbindet sind, Design zu machen, um Informationen zu vermitteln. Wie z.b eine Entirttskarte von einer Ausstellung, obwohl die Bilder und Wörter in die Karte nur Infomationen mit Gesichtssinn zu tun sind, ist diese blatt Karte nicht mehr ein einfache, abstracte weiße Ebene. Wir können durch Finger die Materialität der Karte erfühlen, obwohl diese Gefühl sehr nuanciert(delikat) ist, ist es aber wertvoll auf psychologische Weise. Wenn das Bild von der Karte einen Wald ist, dann bringt das Bild nicht nur visuellen Reiz, sondern wecken wir die Erinnerung am Wald. Erinnerungen in Geruchssinn und Gehörsinn werden durch diesen nuancierte Reiz geweckt. Die finale Folge ist eine gemeisame Impression, die aus vielfältige Reize gründet, wird im Gehirn des Zuschauer vorgestellt.

 

Neugier wecken

Hast du schon mal HAPTIC erfahren? Das ist ziemlich lustig. Stellst du dir mal ein Szenario vor, dass du an der Tür auf einer Austellung stehst, in der Hand findest du eine schönen Entrittskarte mit grünem Wald darauf. Dann plötzlich erinnerst du dich an dem Spazierengang, den du im Frühling in dem norden Schwedischen Wald gemacht hast. Frisch Duft von Gras, das Gezwitscher von verschiedene Vögel, alle diese Erinnerungen kommen wieder lebendig in deinen Augen. Mit solche Erwartungen machst du den Tür der Austellung auf.

 

“Verbalising is an act of design”, Kenia Hara, 2007

 

 

HAPTICーAwakening the Senses
Kenya Hara

Rezension von Heiwei Ye

Im Thema HAPTIC wird ganz anderen Aspekt von Design erklärt. Es ist sehr spannend, dass der Author den Begriff HAPTIC auf einer sehr interessante Art und Weise dargestellt hat. Mit verschiedenen Beispielen, mit schönen Bildern kann man die Sicht von einem japaniche Designer gut verstehen. Es geht um einen eher letztlichen Zweck des Design. Und das ultimative Ziel der Gestaltung ist es, unseren Alltag zu verbessern. Weil wir in so einer multimedialen Geselschaft leben, es ist sehr wichtig und auch spannend, verschiedene Sinne zu wecken, um das schöne Leben besser zu entdecken und genießen. Was ist Design? Design ist nicht um einen Gegenstand zu herstellen, sondern um Sinne zu stimulieren. Wenn Designers auf Sensationen focusieren, werden unerforschte Aspekten entdeckt.

 





Design … what?

Texte Dani Nikitenko

 

An den Leistungskurs Kunst:

Design meint Gestaltung, also sich Gedanken machen über etwas und es bewusst organisieren. Viele Menschen sagen, Design gibt es seit der Industrialisierung und Ihre Hauptaufgabe bestehe darin, Produkte zu entwerfen. Heute gibt es aber auch ganz neue Ideen darüber, wann Design begonnen hat und was die Aufgabe von Design ist. Claudia Banz sagte zum Beispiel „Die Designgeschichte müsste komplett neu geschrieben werden.“ (Symposium, „Was ist eigentlich Designgeschichte?“). Sie sagt das, weil die Debatte um die Frage wie Design zu definieren sei, ganz neu entbrannt ist und viele Menschen finden, dass Design in Reaktion auf aktuelle Probleme sich neuen Aufgabenfeldern öffnen sollte.

Friedrich von Borries hat das einmal mithilfe eines Bananenvergleichs erklärt, er sagte „Die Krummheit der Banane liegt nicht in der Banane selbst begründet, sondern in ihrem Bezug zur Sonne … Genauso verhält es sich mit dem Design. Die Frage, was Design ist, begründet sich nicht im Design selbst, sondern in den Aufgaben, die es in der Welt bearbeitet.“

Vor allem Verantwortung wird von den jungen Designenden gefordert, zum Beispiel von Kalle Lasn, der sagt „Wenn ich mit Designern spreche, sage ich Ihnen immer, dass Sie die mächtigsten Menschen der Welt sind. Und dass man dazu beitragen muss, die aus diesem Durcheinander, in dem sie sich grade befindet, herauszudesignen.“

Ein ganz bekannter Designer, der heißt Enzo Mari, antwortete auf die Frage was Design von der Kunst lernen könne? „Alles.“ Und auf die Frage was umgekehrt die Kunst vom Design lernen könnte „Garnichts.“

Der Architekturtheoretiker Phillip Ursprung glaubt, dass im besten Fall Kunst und Architektur im Design aufgehen werden, und vertritt damit einen Ansatz vor dem sich viele fürchten, nämlich der Öffnung von Design zu anderen Disziplinen.

Du siehst, das sind ganz verschiedene Ansatzpunkte, eine neue Beschreibung für das, was wir Design nennen wollen zu finden und bis jetzt gibt es keine gemeingültige Antwort und das ist vielleicht auch sehr gut, wenn man davon ausgeht, das Design ein immer währender zu reflektierender Prozess ist, der gar nicht abgeschlossen werden sollte.

 

Text-WS_Dani-Nikitenko

 

Kommentar zum Text

Der Text ist so angelegt, dass er weder wertet noch beschreibt, er besteht in der Hauptsache aus aneinander gereihten Zitaten. Die Beschreibung von der Suche nach der neuen Designdefinition ist Teil der Auseinandersetzung von von Borries in dem Text „Warum ist die Banane krumm?” oder „Was ist Design?“ im Buch RLF und der Veröffentlichung „weil Design die Welt verändert…“ herausgegeben mit Jesko Fezer.

Beide Bücher leben von Perspektiven verschiedenster Menschen, sowie Randnotizen. Aneinanderreihungen von Informationen und Ansichten, und genau darin lag für mich der Reiz beim Lesen, weswegen ich mich gegen einen beschreibenden Text entschieden habe. Besonders im Buch RLF finden sich logbuchartige Einträge, die eine gewisse Abgeschlossenheit zwischen den Einträgen vermitteln. Davon abgeleitet sind die einzelnen Sequenzen im obigen Text. Im Zusammenhang mit den Aussagen fand ich die Inhalte wichtig und wollte noch nicht die Verknüpfung mit den Autor_innen bringen.

 





Vom Hiwi zum Zirkusdirektor

Texte Martin Schapp

 

Wer ist Tobias Lippek? Ein großgewachsener rothaariger Mann, dessen Statur einen ersten Eindruck seiner Agilität suggeriert. Seine wachen Augen fordern unweigerlich zur Kommunikation auf, während seine gedämpfte, eingängige Stimme jegliche Hektik aus dem Gespräch nimmt. Nicht unweit des Flughafens Berlin-Schönefeld zwischen Wohnblöcken und Kleingartenvereinen findet man das Zirkusprojekt Cabuwazi. Hier haben Kinder und Jugendliche, jeden sozialen Hintergundes die Chance artistisch trainiert zu werden und Darbietungen einzustudieren um in der Manege vor Freunden, Verwandten und anderen Gästen ihr Können zu präsentieren. Tobias selbst macht seit 10 Jahren Zirkus und kam vor 6 Jahren zum ersten mal in den Niederlanden mit Cabuwazi als europäischer Freiwiiligendienstler in Kontakt. Die unkomplizierte Art, die er ausstrahlt, fand er auch bei Cabuwazi wieder und hat ihm den Wert dieses Zirkusses bewusst gemacht.

Heute ist Tobi der Direktor des Standortes Altglienicke. Er ist Triebfeder und Macher zugleich. Er tritt als redegewandter Problem- und Konfliktlöser auf, der für einen reibungslosen, stressfreien Ablauf vor, während und nach den Aufführungen sorgt. Diese Strategie bezeichnet er selbst als „Flowmanagment” und macht so deutlich das er sich aktiv gedanklich mit Problemen und deren Lösungen in seiner Umgebung beschäftigt. Im alltäglichen Treiben auf dem Gelände erlebt man ihn bis zur letzten Sekunde immer in Bewegung; organisierend, schlichtend, dirigierend, den Fluss am strömen haltend.

 

Kommentar zum Text:
Mir ist es wichtig im Text einen Eindruck über die Person Tobias Lippek zu vermittteln, sowohl charakterlich als auch figürlich ohne zu pathetisch zu werden. Dafür eignet sich die Form des Sachtextes am besten da ich hier knapp und genau informierend, aber auch detailliert schildernd schreiben kann. Ich kann mit Fachworten um mich schmeißen um den Text seriöser wirken zu lassen und gleichzeitig beschreibende Adjektive einstreuen um die Formulierung leichter verdaulich zu gestalten.

 

Drehbuch

Schwarzbild.

Typo: „Ich bin dafür zuständig, das dieser Laden hier möglichst ruckelfrei läuft – Tobias Lippek”.

Blende Interviewszene 1. Teil:

M: „Wo sind wir hier eigentlich”.
T: „Ihr seid hier bei Cabuwazi einem Kinder und Jugendzirkus …”.

Blende 360° Außenbereich.

M: „Und was ist das besondere an eurem Zirkus … ”
T: „Das besondere an diesem Zirkus sind ganz bestimmt die Leute die hier arbeiten.”
Blende zu Szenen Tobi, Samuel, E-Mann Überblendung zu Schachtarbeiten und folgende.
Blende Detailaufnahmen Traingszelt

T: „Für viele Kinder ist es der Erstkontakt mit Bühne … das Fliegen lernen. Dramarturgie artistisch und Klaunesk umgesetzt … Gruppendynamik”

Blende Rhönrad Manege.
Dann Außenansicht Hauptzelt.

T: „Wir arbeiten ohne Netz und doppelten Boden … so wie jede soziale Kinder Jugendkultureinrichtung sind wir ein Steinchen im Mosaik …”
M: „Wie gehst du mit Problemen um”
T: „Probleme sind Geschenke … wir versuchen hier immer Flowmanegment zu betreiben … Flowmanegment ist gucken und dann nachdenken … Flowmanegment kann sein Kaffee kochen, jemandem auf die Schulter klopfen … Flowmanegment kann alles sein”

Blende Tobi im Mitarbeitergespräch.

M: „Wellche Rolle spielen Pläne”.
T: „Ich arbeite gerne mit der Walt Disney Methode … die einen Zustand vorraussetzt … das unkonkrete visionäre und unrealistische Planen”

 





Was macht eigentlich Dieter?

Texte Luis Kucharski

 

minimal

dieter balzer.
57 jahre alt.
aus neuhofen,
seit 30 jahren in berlin.
künstler.
gute 1 meter 80 groß.
kurzes lockiges haar,
über den ohren leicht meliert.
seine arbeiten.
minimal art.
bunt.
gerastert.
geometrisch.
raumgreifend.

 

porträt

ich kenne dieter schon von klein auf. er kommt aus neuhofen, genau wie mein vater. daher kennen sich die beiden auch und sind freunde geworden.

dieter ist künstler und lebt in berlin. seine arbeiten begleiteten mich durch meine kindheit und beeinflussen mich bis heute. zuletzt habe ich dieter vor zwei jahren gesehen, als ich ihn zusammen mit meinem vater besuchte. direkt am bahnhof südkreuz wohnt und arbeitet er in einer ehemaligen kaserne.

nach zwei jahren mit spärlichem kontakt und versäumten einladungen will ich also die gelegenheit nutzen, ihn mal wieder zu besuchen und gleichzeitig etwas über seinen lebenslauf zu erfahren. ob ich ihn sonst jemals so direkt danach gefragt hätte, weis ich nicht. dass wir uns schon lange kennen hilft bestimmt dabei die interviewsituation zu entspannen und ehrliche aussagen zu den schwierigkeiten und leichtigkeiten seines werdegangs zu erfahren.

 





Steckbriefe Ruben Marschall

Text-Variationen von Sebastian Hennig

 

Gedicht
Ein Mann aus Weimar studierte
Gemeindepädagogik und trainierte
Capoeira, nebenbei kreierte
er eine Vision:
Eine eigene „Roda“, alt und auch jung,
verschiedene Gruppen in ähnlicher Bewegung,
Kinderkurse und Akademie als weitere Bestrebung
und einen Sohn.
Vieles davon hat er schon erreicht,
nur weniges fiel dabei leicht,
weil er den Problemen nicht weicht,
und in Halle wohnt.

 

Assoziativer Staffelstab
Er spielt ein Spiel, mit einem Grundschritt
Schritt für Schritt, gestaltet er Zeit
Freizeit einer Gruppe und Kurse für Kinder
ein Spiel mit Bewegung, Regel und Musik.
ein singender Kreis mit Rhythmus,
exotische Instrumente und ein Dialog
zwei offensiv und defensive Tanzende
mit eigenen Erfahrungen zusammen im Moment
ein philosophisches, soziales, körperliches, kreatives Spiel.

 

Filmpotenzial für den Anfang
Ruben Marschall ist ein junger Mann aus Halle, der als Capoeira-Trainer arbeitet. Capoeira kommt aus Südamerika und stammt noch aus der Zeit der Sklaverei. Es sieht ein bisschen nach Kampfsport aus, da zwei Spieler aus dem Kreis der singenden „Roda“ treten und mit offensiven und defensiven Bewegungen, ohne wirkliche Berührungen, ein geregeltes Spiel anfangen, dass von einem grundlegenden Tanzschritt durchzogen wird.

Selbstständig leitet Ruben Marschall Gruppen an, wie Studenten im Unisport, Aktive in deren Freizeit oder Kinder und Jugendliche in Kursen. Vorbereitung, Dramaturgie und Stimmungen liegen allein in seiner Hand. Ob es ein Sport mit Ehrgeiz oder Spiel mit Spaß oder eine Gruppe mit Gesang wird, entsteht aus der Gemeinschaft heraus.

Sein Wirken in Halle lässt unterschiedlichste Menschen miteinander Freizeit teilen, gewährt auch Kindern Zugang zu einem sehr körperlichen Spiel mit anderen Zielen als bloßes Gewinnen. Ruben Marschall schafft das verschiedene Aspekte des Capoeira individuelle Herausforderungen der Spieler bearbeitet.

 

Antragsformell
Abs.1: Ein durch berufstätiger Bundesbürger, ledig lebend und mit deutscher Staatsbürgerschaft, erarbeitet in Selbständigkeit ein Bewegungsformat für Freizeitnehmer.

Abs.2: Ruben Marschall ist der in Abs.1 oben genannte Selbständige und ist 1985 in Weimar geboren und mit seiner Mitbewohnerin weder verwandt noch verschwägert. Jedoch lebt er mit ihr in einer Bedarfsgemeinschaft und verfügt über Sorgerechtsteilung des gemeinsamen Sohns.

Abs.3: Edgar Bodo Schmidt ist der Name des in Abs.2 genannten Freizeitgebers Sohns. Der Familienname rührt von der leiblichen Mutter, Maria Schmidt, die Bedarfsgemeinschaftlerin.

Abs.4: Das in Abs.1 genannte Bewegungsformat gehört zur Kategorie der südamerikanischen Kampfkünste. Die übliche Bezeichnung für diese Art von körperlicher Bewegung nennt sich Capoeira.

 

Übertriebene Radio-Ansage
Niemand kennt sich Körper-Verbalitäten besser aus als er. Jeder von uns wollte schon immer sein wie er. Er ist nicht besonders groß und nicht besonders klein, sondern genau richtig. Er ist nicht nur schnell, sondern einer der Schnellsten, er ist nicht nur gutaussehend, sondern der schärfste Mann Halles.

Ein Mann, der einem Umkreis von 17 Kilometern keine Kompromisse zulässt. Diesen Kerl fragen die wichtigsten Personen unserer Zeit um Rat. Er, der den Kampfsport, den Tanz, die Musik, das Spiel und Attribute wie Eleganz, Leidenschaftlichkeit, Professionalität und pure Kraft neu verbindet: Ruben Marschall – Capoeira-Trainer aus Halle. 

 

kindgerecht
Der Ruben, der macht Sport. Und da, macht man auch Musik und dieser Sport hat auch Regeln. Man darf sich da nicht wehtun und nur so tun als würde man den anderen hauen oder treten. Manche spielen diesen Sport oder tanzen die Schritte. Und Ruben leitet das so ein bisschen an.

 

Titel und Untertitel
Halles Capoeira-Trainer
Junger Mann bietet Raum für soziale und körperliche Bewegung mit tänzelnder Sprache

 

Baumarkt-Werbungsvideo
Sie sind es leid, körperlich und kulturell unterfordert in ihrem Alltag aus Stadt und Smalltalk gefangen zu sein? Ein Leben ohne Schweiß ist für Sie wie Suppe ohne Salz? Eine Woche ohne soziale enge Verbindungen und Kontakte ist für Sie eine verschenkte Woche? Sie sitzen auch nur noch faul und fett auf der Couch herum, dann ist es Zeit für CAPOEIRA. In nur zwei Wochen zum Wunschgewicht. An nur einem Abend in ein freundschaftliches Netzwerk aus Gleichgesinnten. Und das ermöglicht Ihnen Ruben Marschall unser Trainer für alle Stimmmungen und alle Einsatzbereiche. Sie fühlen sich unwohl? Ruben Marschall nur einmal richtig einwirken lassen und schon geht es Ihnen besser.

 





Circuit bending
Circuit Control Workshop

Textzugänge und -Varianten von Lea Sonder

 

Der Musiker und Performance-Künstler Alwin Weber
und das Workshop-Festival Circuit Control

Ich dachte: „Hey, ich muss jetzt unbedingt mal jemandem dieses Hacken als solches zeigen um zu testen: Bin ich irre oder is das einfach nur cool?” (Zitat Film „Alwin Weber im Circuit Circle” // Youtube)

Die „Schrägerunde” ist ein Workshop-Projekt, welches sich seit 2009 mit „Circuit Bending” und „DIY-Elektronik” beschäftigt.

(…)

Konstruieren von elektronischen Schaltungen mit einfachsten Mitteln. Bei diesen praxisorientierten Workshops werden die Teilnehmer spielerisch an die Elektronik herangeführt und erlernen dabei die Kunst des „kreativen Kurzschlusses”.
(circuitcircle.de/home)

Circuit bending = Biegen, beugen von Stromkreisen

Circuit bending, eine aleatorische („zum Spielen gehörig”) Musikkunst, umfasst das kreative Kurzschließen von elektronischen Geräten mit niedriger Spannung mit dem Ziel, neue musikalische oder visuelle Instrumente und Sound-Erzeuger zu kreieren.

Durch das Unterstreichen von Spontaneität und Zufall werden die Techniken des Circuit bending hauptsächlich mit dem Musikgenre Noise assoziiert, obwohl auch konventionelle Musiker und Musikgruppen mit sogenannten bent instruments experimentiert haben.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Circuit_bending)

Mit 100 Meter Kabelsalat verlinkt StörenFrieD eine Schubkarre voll Spielzeugkeyboards, fantastischer Figuren, unidentifizierbarer Blinkobjekte und Leiterplatten auf einem Tisch inmitten des Saales. Als Lichtquelle dient das weiße Rauschen eines Minifernsehers …
(circuitcircle/musik)

 

 

Kommentar zum Text

Betritt man den Workshop-Raum, so eröffnet sich eine Geräuschkulisse, die piepend, knartschend und jaulend dem Namen „StörenFrieD“ alle Ehre macht.

Harmonie ist anders.

So soll sich auch der Steckbrief, eine Zitat-Collage aus Film, Homepage und Wikipedia in den Stil von ungeschliffenem, rohem und leicht chaotischem Material einreihen. Sie ist nicht erklärend, sondern beschreibt mit Hilfe verschiedener Zitate das Wesen der Person, das Projekt um das es geht, die Bedeutung des Titels, Inhalte sowie eine Szene, die erste Impressionen emotional assoziativ vermittelt.

 

 

Zu Besuch beim Circuit-Control-Löt-Workshop-Festival

Die Suche nach dem Workshop führt wie eine Schnitzeljagd von Zettelchen zu Zettelchen, durch sterile Treppenhäuser eines Gebäudekomplexes mit vielen verschlossenen weißen Türen und Wänden immer höher und vermutlich immer näher an unser Ziel. Ein zunehmender Geräuschpegel lässt dies erahnen. Zuerst lässt sich ein entferntes Piepen vernehmen. Surren, jaulen, knartschen, Klicken, knattern, wummern, wabern: Mal rythmisch, mal harmonisch, – meistens eher nicht. Wie ein zeitgenössisches Gemälde auf einer weißen Wand eröffnet sich uns der offene Türrahmen zum Workshop-Raum: Bunte Kabel, grüne Platinen, blinkende Lichter und viel buntes Plastik füllen den Raum bis in die letzten Ecken mit Elektrizität. Eine bunte Plastikschnecke flötet uns aus einer Raumecke entgegen, die Berge von alten Spielgeräten enthält. Ein grünes Furby dem sein Innenleben aus dem linken Ohr zu fallen droht brabbelt unverständliches Zeug und zieht dabei beunruhigende Grimassen.

Als wir das vermeintliche Stilleben den Raum betreten, werden wir von einer weiteren Plastikschnecke mit einem Fernrohr fotografiert. Sie macht alle 10 Sekunden ein Bild vom Geschehen. Erst dann bemerken wir die Menschen, aus deren langsamer Bewegung die 10-Sekunden-Kamera das vermeintliche Stilleben zu einen Stop-Motion-Film macht. Die meisten ihrer Art sind bereits verschmolzen mit ihrem Lötzinn und inspiriert vom Rauch der dabei erzeugt wird. Zutiefst in kreative Prozesse versunken wird gelötet, geätzt, und geschraubt. Ein 3D-Drucker ist gerade damit beschäftigt sich selbst zu drucken und um einen kleinen Laser herum tummeln sich interessierte Menschen.

Der äußere Kreis scheint von Profis dominiert. Sie haben die meisten Kabel, Schalter und Haufen. Der innere Kreis ist ein großer Arbeitstisch für alle die sich mit Hilfe der Profis an Bausätzen und einfachen eigenen Schaltungen probieren wollen. Hier löten Freaks von jung bis alt was das Zeug hält. Neben uns steht ein Bufet was vermutlich die männer- und technikdominierte Szene repräsentiert: Ein Gemetzel aus Toast, Eierwaffeln, Nutella, einigen Bananen und Frischkäse darf gegen Spende zum schnellen Energiegewinn wahlweise mit Club-Mate oder Brause konsumiert werden. Plötzlich werden wir begrüßt mit den Worten: Hey!!! Cool dass ihr gekommen seit! Ihr seit die ersten normalen Menschen hier zwischen uns Nerds! Wir sind verlegen und wissen dass wir viel lieber auch dazu gehören wollen! Wir schnappen uns zwei Lötkolben und einen freundlichen Helfer und nehmen die Plätze neben Pako und seinem Bruder.

Nerd sein ist cool!

 

 

Lieber Lötworkshop,

Wahrscheinlich spielt mein Vater eine große Rolle in der Beziehung zu dir. Schon als Kind fühlte ich mich so wohl und geborgen in einem kalten, feuchten Keller voll Kabel, Platinen und Computerleichen. Zu Zeiten in denen ein Computerspiel noch aus Einsen und Nullen bestand muss ich das erste mal heimlich am Lötzinn geschnüffelt haben. Wie ein lang vergessener Traum, der diesen Sommer wieder auflebt, empfinde ich unsere gemeinsame Zeit!

Wenn mein Kolben sich langsam erwärmt und den Zinn zum schmelzen bringt auf deinen feinen Kupferäderchen wird auch mir ganz warm ums Herz und auch ich möchte dahin schmelzen! In deiner Gesellschaft fühle ich mich so geborgen und ich kann so viel von dir lernen. Dein Schnurren, piepsen und knartschen fühlt sich an wie ein sanftes Strömchen, dass mir unter die Haut fließt. Du lässt mich an deinen intimsten Teilchen drehen und hast so viel Geduld mit mir! Du lehrst mich musikalisch zu sein und würdest niemals sagen: Das klingt ja furchtbar! DIY-Noise ist unsere gemeinsame Leidenschaft.

Ich weiß dass wir uns jetzt lange Zeit nicht wiedersehen, aber ich weiß dass es zwischen uns eine elektromagnetische Verbindung gibt die viel tiefer geht als Raum und Zeit! Ich freue mich auf nächstes Jahr wenn wir uns endlich wiedersehen.

 





Querbeet

4 Text Varianten von Carolin Schulze

 

Querbeet

Ist Querbeet querbeet? Ohne Richtung, ohne Ziel? …
Auf jeden Fall ist Querbeet mobil, flexibel und zwischen-genutzt.
Es ist Nische.
Querbeet engagiert sich soziokulturell und integriert…
Querbeet ist interessant für Stadtentwicklung, ist gefragt und wird Programm…
Aber wird Querbeet gebraucht?
Es öffnet Türen, lockt an, bietet an, wird genutzt…
Es wird bespielt, genossen und stillt Heimweh…
Querbeet ist manchmal überfordert, hat aber Ideen,
will mehr machen und mehr sein als mobile Hochbeete.
Querbeet braucht Zeit, braucht Stabilität und Standhaftigkeit…
für einen echten Garten.

 

Querbeet – Notiz

– soziokultureller Gemeinschaftsgarten
– 5000 qm > 1000 qm Fläche seit Febr. 2014
– Nische zwischen zwei Wohnhäusern im Leipziger Osten
– ehrenamtlich und nun?
– braucht Institution/festen Platz weil wichtig für:
– integrative Stadtentwicklung
– richtiges Gärtnern nicht auf Hochbeeten möglich
– viele Ideen & wenig Zeit

 

Querbeet – Bericht

Querbeet ist ein offener soziokultureller Gemeinschaftsgarten im Leipziger Osten. Er wurde von Luise Schöpflin und ihrem Freundeskreis, nach einem Besuch des Berliner Prinzessinnengarten vor drei Jahren ins Leben gerufen. Die Organisation des Gartens, Veranstaltungen, und die gesamte Bürokratie wird von den InitiatorInnen ehrenamtlich durchgeführt. Es finden vom Frühjahr bis zum Herbst verschiedene Festivals, Workshops und soziokulturelle Veranstaltungen statt. Querbeet wird von einem der umliegenden Kindergärten von Beginn an regelmäßig genutzt. Die Kindergartengruppen haben sogar ihr eigenes Querbeet.

Im Februar diesen Jahres musste der Garten, der sich auf einer 5200 qm großen städtischen Fläche befand aufgrund einer Baumaßnahme auf ein fünfmal kleineres privates Stück Land umziehen. Man sieht dem Garten den erst kürzlichen Umzug nicht an, da er von vielen engagierten arbeitslosen Leipzigern in kürzester Zeit wieder aufgebaut, durch ein Insektenhotel und und dem Programm „Salz in der Suppe“ erweitert wurde. Bei Salz in der Suppe veranstaltet Querbeet mit AsylbewerberInnen kulinarische Abende, bei den Köstlichkeiten aus fernen Ländern mit Querbeet-Zutaten auf genüssliche Art und Weise kombiniert werden.

Querbeet ist ein Ort der Begegnung und des Austausches über das gemeinsame Gärtnern oder um einfach nur mal in heimischer grüner Atmosphäre zu entspannen.

 

Querbeet – Stimmungsbild

Querbeet geht städtisch querfeldein.
Mobile Hochbeete machen ortsflexibel.
erwartungsvoll steht Querbeet der Zukunft entgegen.
Ist immer in Bewegung,
bleibt nicht stehen,
lockt an, macht Mut,
öffnet Pforten,
bittet herein.
Es sucht, fragt nach, gibt Antworten.
Probiert aus, tauscht aus und hört zu.
Es duftet, es summt und surrt.
Es rauscht, raschelt und zwitschert.
Es schallt, bremst, hupt und dröhnt.
Es wächst, es blüht und gedeiht.
Es schmeckt und genießt.
Es grünt und wurzelt.