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ReCut – Definition und Beispiele

 

Ein ReCut verwendet Filmmaterial aus vorhandenen Filmen und arrangiert diese neu, um einen Sachverhalt entweder fokussiert und zugespitzt darzustellen – also mit einem dokumentarischen, didaktischen Motiv – oder setzt das Material in einen neuen oder vom ursprünglichen Ausgangsmaterial abweichenden Kontext – also mit einem parodistischen oder verfremdenden Motiv.

Auf der Technik des ReCut basieren beispielsweise die Filme der Blow Up Reihe bei arte.

Häufig werden hier anhand der Neumontage von Filmszenen Regisseure, Film oder Darsteller vorgestellt – aber ebenso auch Phänomene im Film – wie Regen, Schnee, Zirkus, Vampire usw. … komprimiert dargestellt.

Die Filmmontage des ReCut eignet sich insbesondere um Handlungen, Themen oder Elemente in ihrer Essenz und Musterhaftigkeit darzustellen und zu begreifen.

 

Beipiele auf arte finden Sie hier:
arte blow up

Die Herstellung von ReCuts wird mit der Verfügbarkeit von digitalem Filmmaterial deutlich vereinfacht. Geschickte Nutzung der Schnittprogramme erlaubt es, die Audio- und Videospuren eines Clips zu trennen, so dass die ursprüngliche Partitur oder Tonspur entfernt werden kann und durch eine andere ersetzt werden kann.

 

Einige Beispiele für ReCuts:

– Filme, Phänomene im Film, Gestaltungs-Elemente im Film
– Architektur-Elemente im Film
– Porträts als ReCut / GE
– Design-Geschichte als ReCut / GE
– Designer-Porträts / Recherchen als ReCut von Design-Studierenden

 

 

 

Filme, Phänomene im Film,
Gestaltungs-Elemente im Film

 

 

Blow-Up, Film von Michelangelo Antonioni (1966)
in 3 Minuten

 

 

 

Elf Uhr nachts, Film von Jean-Luc Godard (1965)
in 3 Minuten

 

 

 

Brillen im Film

 

 

 

Die Vorspanne von Saul Bass

 

 

 

Recut der Hitchcock-Trailer

 

 

 

Recut Tanz im Film

 

 

 

Typography
in Jean Luc Godard’s Films

 

 

 

The Iconic Aesthetic
of Jean-Luc Godard

 

 

Architektur-Elemente im Film

 

 

Video Installation (2014) Architektur Biennale Venedig

Diese Video-Installation von Davide Rapp (mit dem Titel „Elements”) ist eine Filmmontage von kurzen architekturbezogenen Filmszenen aus über 200 Filmen aus den letzten 100 Jahren Kinogeschichte. Die Kombination der Szenen visualisiert die fünfzehn Architekturelemente, die Rem Koolhaas und OMA/AMO für die Architektur Biennale in Venedig 2014 als „Fundamentals” identifiziert haben: Balkon, Decke, Korridor, Tür, Aufzug, Rolltreppe, Fassade, Boden, Kamin, Rampe, Dach, Treppe, Toilette, Wand und Fenster.

 

 

Porträts als ReCut

 

 

ReCut: Achille Castiglioni (2017) GE
Die Funktion, welch schöne Form

Ausschnitt aus dem ReCut „Designer als Sammler”, anlässlich einer Fachaufgabe im ersten Studienjahr im Studiengang Industrie Design zum Thema „Sammeln, Entdecken, Entwerfen” …

mehr dazu finden Sie hier:
Sammeln, Entdecken, Entwerfen

 

 

 

ReCut: Mon Oncle & Playtime de Jacques Tati (2017) GE

In Jacques Tatis Film „Mon Oncle” hat ein Haus die Hauptrolle. Es ist, obwohl von Menschenhand entworfen, ein Gegenspieler der Menschen. Sie haben mit seiner futuristischen Ausstattung zu kämpfen, mit den technischen Erleichterungen, die das Leben schwer machen, vor allem aber müssen sie sich einem autoritären Design unterwerfen, das keine Unordnung duldet. Um in diesem Haus nicht zu stören, müsste der Mensch zum Sofa oder zum Cocktailsessel werden. Selten hat Filmarchitektur eine so entscheidende Rolle eingenommen wie in den Filmen Jacques Tatis. Das production design wie der angelsächsische Ausdruck dafür lautet, hat hier seine eigene Herrschsucht, die Herrschsucht des Designs in der modernen Welt inszeniert.

Für den Regisseur war der Konflikt des Menschen mit der zunehmenden Technisierung eine thematische Obsession. In „Playtime“, einer Satire auf die moderne Großstadt, malte er eine futuristische Vision aus, die ähnlich großartig und zeitlos geriet wie Fritz Langs „Metropolis“ oder Ridley Scotts „Blade Runner“. Er war ein Megalomane und Perfektionist, der vor nichts zurückschreckte, und durch die Kostspieligkeit seiner Forderungen alles davor in den Schatten stellte.

 

mehr zu den Filmen von Jacques Tati findet sich hier:
Tücke des Objekts

 

 

 

ReCut: Eames / design is a method of action (2015) GE

Ein filmischer ReCut aus Interviews, Filmen, Vorträgen …
zum Werk von Charles und Ray Eames.

Die Eames stehen prototypisch und ihrer Zeit vorausweisend als Designer des 20. Jahrhunderts für die Definition und das Ausloten von Design als Profession und eine umfassende Durchführung von Designprozessen. Ihr Werk reicht von Produktdesign über Filme und Multimedia Lectures bis zu Ausstellungen und zeigt bis weit in die Bereiche eines entstehenden Informationsdesign.

Die Entwicklung der Projekte und Arbeiten des Eames Office zeigen einen deutlichen Shift von der Gestaltung von Objekten hin zur Vermittlung von Wissen und Gestaltung von Information. Damit bildet das Werk der Eames zugleich einen Höhepunkt der Designgeschichte des ausgehenden Industriezeitalters wie es schon vorausweisender Vorbote der Handlungsfelder der Designprofessionen im Information Age ist.

 

mehr zu den Filmen von Charles und Ray Eames findet sich hier:
Designing the idea

 

 

Designgeschichte als ReCut

 

 

01 hochschule für gestaltung hfg ulm 1953–1968

Ausschnitt aus dem Film „Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv”

mehr dazu hier:
Design-Geschichte(n)

 

 

 

07 stand der büroentwicklung um 1972

Ausschnitt aus dem Film „Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv”

 

 

Designer-/Künstler-Porträts
Recherchen von Design-Studierenden als ReCut

 

 

 

Erwin Wurm
ReCut von Benno Bruksch (2017)

 

 

Donald Judd
ReCut von Leopold Zaumseil (2017)

 

 

Konstantin Gricic
ReCut von Marc Wejda (2017)

 

 

Daan Roosegaard
ReCut von Johannes Voelchert (2017)

 

 

 

James Dyson
ReCut von Leo Helm (2017)

 

 

Maarten Baas
ReCut von Ulrike Silz (2017)