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Produkte: ihre funktionelle und strukturelle Komplexität
Abraham A. Moles, ulm 6, 1959

erstellt am: 11.06.2017 | von: englich | Kategorie(n): Texte zum Design

 

Strukturelle Komplexität läßt sich mit der Frage „Aus was besteht ein Gegenstand?“ ergründen. Funktionelle Komplexität erfahren wir durch die Frage nach dem „Wozu dient ein Gegenstand“. Ojekte, die erforscht, verstanden, und sogar „gelesen“ werden wollen, kann man mit der Informationstheorie ergründen. Sich der Komplexität eines Gegenstandes bewußt sein und seine Strukturen zu erfahren bedeutet, ihn zu verstehen.

„Wer nur analysiert, verliert die Welt.“
Ernst Bloch

Um die Welt zu fassen, müssen wir sie erfassen. Um sie zu erfassen, müssen wir sie zunächst strukturieren. Es gibt indessen nicht Strukturen an sich, sondern nur wahrgenommene Strukturen. Die Wissenschaft als wesentliche Form des Weltverständnisses liefert uns zugleich Maße und Formen für diese Strukturierung.

Die Kybernetik stellt sich dar als eine allgemeine Wissenschaft von den Organismen, unabhängig von der Art der Organe, aus denen diese Organismen bestehen. Sie will die Eigenschaften feststellen, die sich aus der Verbindung der Organe ergeben, feststellen, inwiefern und in welchem Maße das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Diese Frage richtet sich auf zwei Aspekte: den qualitativen und den quantitativen. Der erste ist von Anfang an bearbeitet worden. Die Kybernetik entwickelte sich sehr schnell zu einem Herstellungssystem von Strukturen, zu einer theoretischen Wissenschaft, die über den physikalischen Inhalt der von ihr untersuchten Elemente hinausgreift. Ihre eigentliche Anstrengung soll sich jedoch nach einer theoretischen Phase, auf die Erforschung autonomer Dimensionen richten.

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Produkte – funktionelle und strukturelle Komplexität, Moles, 1961

aus: „Ulmer Texte“. Köln International School of Design.
Projekt unter der Leitung von Prof. Gui Bonsiepe.

 

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